Ein Ladepark, den es noch nicht gibt
Ladeinfrastruktur verkauft sich schlecht über Datenblätter. Wer wissen will, was ein Ladepark kostet, wie lange er dauert und was am Ende auf dem Grundstück steht, findet in einem PDF Zahlen, aber kein Bild. Also steht am Anfang der Seite von LADE EXPRESS keine Broschüre, sondern eine Anlage: eine isometrische Welt, die im Browser gerechnet wird und in der der Ladepark Schritt für Schritt entsteht.
Die Aufgabe
LADE EXPRESS ist ein Elektro-Meisterbetrieb aus Essen, der Ladeinfrastruktur plant, liefert, installiert und danach betreibt. Das Angebot reicht von der einzelnen Wallbox bis zum Schnellladepark mit eigener Trafostation. Genau diese Spannweite war das Problem: Ein Hotel mit vier Ladepunkten und eine Logistikflotte mit Depotladen brauchen dasselbe Unternehmen, aber nicht dasselbe Gespräch. Eine Seite, die alles gleichzeitig erklärt, erklärt am Ende nichts.
Der Ansatz
Statt einer Produktliste eine Anlage, die man betreten kann. Die Kamera steht isometrisch über dem Grundstück, damit die Übersicht nie verloren geht, und der Park baut sich vor den Augen der Besucher auf: erst der Tiefbau, dann der Netzanschluss, die Trafostation, die Ladepunkte, zuletzt der Solar-Carport. Jede Station hat eine eigene Karte, die in ein bis zwei Sätzen sagt, was gerade passiert und warum es nötig ist.
Die Leiste am unteren Rand ist das Inhaltsverzeichnis der Welt: Ladesäule, öffentliches Laden, Laden am Depot, Laden am Arbeitsplatz. Wer seinen Fall kennt, springt direkt hin. Wer ihn nicht kennt, lässt die Anlage einfach laufen. Damit ist die Welt nach Situationen gegliedert statt nach Artikelnummern, und beantwortet die Frage „Was heißt das für mich?" bevor sie gestellt wird.
Technische Grundlage
Die Szene ist kein abgefilmtes Rendering, sondern Echtzeit-3D über WebGL, direkt in die bestehende Website eingebettet. Ausgeliefert wird Geometrie statt Bild für Bild, gerechnet wird auf der Grafikkarte des Besuchers. Dadurch startet der Ladepark in Sekunden, bleibt in jeder Auflösung scharf und kostet einen Bruchteil der Daten eines gleichwertigen Videos.
- Low-Poly-Geometrie mit gebackenem Licht: kleine Dateien, weiche Schatten.
- Feste isometrische Kamera, die Anlage bleibt immer lesbar, niemand verläuft sich.
- Abschnitte als Zustände statt starrer Timeline: vor, zurück, direkt anspringen.
- Ohne WebGL greift ein statisches Bild, die Inhalte bleiben lesbar.
- Responsiv bis aufs Handy, Bedienung per Touch.
Was in der Welt steht
Die Anlage ist nicht dekorativ, sondern der Katalog. Jedes Objekt entspricht einem Produkt, das LADE EXPRESS plant, liefert, installiert und betreibt.
- AC-Ladestationen und Wallboxen für Arbeitsplatz, Depot und Zuhause.
- DC-Schnelllader bis HPC für Schnellladeparks und Lkw-Ladestationen.
- Trafostation: Mittelspannung rein, Niederspannung raus, eigene Netzkapazität.
- Batteriespeicher und Energiemanagement gegen Lastspitzen und Anschlusskosten.
- Solar-Carport und Gewerbe-PV als eigene Erzeugung über dem Ladepark.
Von der Planung bis zum Betrieb
Die Welt erzählt nicht nur Hardware, sondern den ganzen Weg dahin. Der Tiefbau bekommt genauso eine Karte wie die Abrechnung, weil genau das der Unterschied zwischen einem Händler und einem Meisterbetrieb ist: Bedarfs- und Standortanalyse, Vor-Ort-Check, Konzept, Angebot samt Förderberatung, Genehmigungen, Bauphase, Inbetriebnahme. In der Regel rund zwölf Wochen. Danach Betrieb, Abrechnung und Monitoring über ein Backend, Service und Wartung aus dem eigenen Haus.
Website und Marketing
Der Ladepark ist ein Baustein von vielen. Ich verantworte die gesamte Außendarstellung: Struktur, Gestaltung und Pflege von lade-express.de, Landingpages je Lösung und je Branche, der Wallbox-Konfigurator, Kampagnen und Anzeigen, Social, Film und Fotografie, dazu die Bildsprache und die Vorlagen, damit Datenblatt und Anzeige erkennbar zusammengehören. Für das Privatkundengeschäft läuft die Schwestermarke HEIM EXPRESS mit.
Zahlen
- Über 3.500 installierte Ladestationen.
- Über 3.000 Ladepunkte im Betrieb.
- Über 900 Kunden.
- Mehr als 400 Ladevorgänge pro Tag.
- Ab vier Ladepunkten trägt sich ein Ladepark in der Regel selbst.